Mit dem Förster unterwegs auf  Erkundungstour im Wald

 

 

 

Arnbruck: Im Rahmen des Heimat- und Sachunterrichts zum Thema „Natur und Umwelt“ brachen kürzlich die Schüler der Klassen 3a und 3b der Grundschule Arnbruck mit Lehrerin Claudia Bauer in Begleitung des Försters Tobias Dendl auf, um den nächstgelegenen Forst Richtung Waltersau zu erkunden. Auf dem Weg in den Wald startete der Unterricht bereits und die Kinder erhielten vom Fachmann schon einige Informationen über Tiere und Pflanzen des Waldes. Dabei konnten auch sie ihr bis dahin erworbenes Wissen einbringen. Typische Merkmale von Bäumen, wie zum Beispiel die weiße Rinde der Birke, kamen zur Sprache. Die geschulten Augen des Experten entdeckten sogleich zwei Rehe beim Äsen auf einem Feld. Dies nahm Herr Dendl zum Anlass, die Schüler über die Nahrung von Rehen zu informieren. Diese Tiere sind Feinschmecker und nehmen beispielsweise Eicheln, Bucheckern und auch Pilze zu sich. Außerdem fressen sie gerne Kräuter und Knospen, sowie junge Triebe heranwachsender Tannen. Das wiederum ist bei einer zu hohen Anzahl an Rehen schädlich für das Wachstum des Waldes. Da natürliche Feinde wie der Wolf oder Luchs in freilebender Wildbahn so gut wie nicht vorkommen, um den Bestand an Rehen im Gleichgewicht zu halten, greift der Mensch durch gezielten Abschuss zur Regulation der Population ein. Zum besseren Verständnis spielten die Kinder zu einem späteren Zeitpunkt ein Spiel zu diesem Thema, an dem sie mit Begeisterung teilnahmen. Bestimmt wurden „Beutegreifer“, „Rehe“ und „Bäume“. Aufgabe des Beutegreifers war es, so viele Rehe wie möglich zu fangen. Die Rehe mussten sich Zweige schnappen, welche die Kinder, die „Bäume“ darstellten, in den Händen hielten. Durch die Variation der Anzahl von Beutegreifern, Rehen und Bäumen wurde den Kindern schnell klar: je mehr Rehe und wenig natürliche Feinde, desto größer der Verbiss.

 

Immer wieder blieb der Förster bei einem Baum stehen und erklärte ihnen sehr anschaulich, an welchen Merkmalen man einen Baum bestimmen kann. Dabei ermunterte er die Kinder alle Sinne einzusetzen. So wurden die Nadeln der Douglasie zerrieben und festgestellt, dass diese nach Zitrusfrüchten riechen. Zwei weitere Nadelbäume durften anschließend ertastet werden. Zunächst ließ Herr Dendl den Unterschied zwischen der Rinde einer Fichte und der einer Kiefer nach genauem Betrachten beschreiben. Die Schüler fanden heraus, dass die eine  Rinde, nämlich die der Kiefer, sehr grobrissig ist und lange Furchen aufweist. Im Gegensatz zur Borke der Fichte, die eher schuppig ist. Im Anschluss an die Erläuterungen suchte sich jedes Kind einen Partner. Nun sollte einer der beiden die Augen schließen. Der „Blinde“ wurde zu einem Baum geführt, dessen Rinde er abtastete, um so herauszufinden um welchen der zwei genannten Nadelbäume es sich handelt. Natürlich wechselten sich die Kinder ab, so dass jeder einmal den Baum „erfühlen“ konnte. Neben dem Kennenlernen verschiedener Baumarten kann so auch das Vertrauen zwischen den Schülern gestärkt werden. Der „Geführte“ muss sich ganz auf seinen Partner verlassen, der wiederum die Verantwortung trägt, dass niemand zusammenstößt oder stolpert.    

 

Jederzeit durften die Schüler Fragen stellen, die der Förster gerne beantwortete. Er erklärte seinen Zuhörern zum Beispiel wie der Waldboden aufgebaut ist oder wie genau der Borkenkäfer eine Fichte zerstören kann. Von diesem Schädling hatte er sogar einige Exemplare dabei, welche die Kinder staunend studierten. An dieser Stelle erläuterte der Experte, dass nur das Fällen der geschädigten Bäume helfe, um den Käfer wirksam zu bekämpfen.

 

Wie wichtig der Wald für die Menschen ist, erfuhren die Schüler gegen Ende der Erkundung. Er dient uns nicht nur zur Erholung, sondern reinigt unter anderem auch die Luft und liefert den für uns Menschen lebensnotwendigen Sauerstoff.

 

Bevor sich die stellvertretende Klassensprecherin im Namen ihrer Klassen bei Herrn Dendl für die interessante Unterrichtsstunde bedankte, übergab dieser an Lehrerin Claudia Bauer noch Informationsmaterial über den Wald für jedes Kind.